der geballte Hirnfasching
Allgemein
Mein Platz in der neuen Welt
01. Sep
Heute wird es mal wieder persönlich - aber ist es das auf einem Blog nicht immer irgendwie?

Viel hat sich geändert seit der Transition von GOA zu Mythic. Manches ist besser geworden, manches schlechter. Ich habe mich hier im Blog ja bereits ausführlich mit dem Thema beschäftigt, aber immer noch stelle ich mir die Frage, wo denn eigentlich mein Platz ist, in dieser schönen neuen Welt. Seit meinem letzten Beitrag zu diesem Thema sind mittlerweile fast zwei Monate vergangen und ich muss mir selbst die Frage stellen, in wie weit ich mit meinen Einschätzungen falsch lag.
Eine Frage dieser Art kann nach so kurzer Betrachtungszeit leider nie vollständig beantwortet werden und doch scheint sich heraus zu kristallisieren, dass ich nicht in allem falsch gelegen haben kann. In die Position als Troll Slayer habe ich damals mein ganzes Herzblut gesteckt, aber wie steht es mit der Geschichte mit dem WAR Volunteer Moderator?
Ganz ehrlich: schlecht, denn eigentlich bin ich in dieser Position absolut nutzlos. Seit meiner Ernennung habe ich nicht eine Moderation in einem deutschsprachigen Forenbereich vorgenommen. Klar, ich schaue regelmäßig was im Forum los ist, aber dank des BioWare Social Networks entgeht mir dort auch einiges. Dies ist aber eigentlich auch gar nicht das Hauptproblem, viel schlimmer wiegt die Tatsache, dass es mir eigentlich egal geworden ist. Wäre ich nicht der deutschen Sprache mächtig, dann hätte man mich wahrscheinlich bereits raus geschmissen, allerdings hat Mythic nur zwei Vertreter mit deutschen Sprachkenntnissen in diesem Bereich (Ayleen und mich) und mangels eigener Kenntnisse, sind sie zur Zeit auf “uns” angewiesen. Gleichzeit besteht Mythics einziges Interesse darin, dass die Foren kostenfrei Überwacht werden. Eine Möglichkeit sich individuell ein zu bringen oder gar über den Status des Foren-Äffchens hinaus zu arbeiten besteht nicht. Zwar habe ich versucht einen Feedback-Kanal zu finden, jedoch bleiben 99 % meiner Anfragen unbeantwortet. Ich habe in diesem Bereich einfach resigniert!
Ehe dies jemand falsch versteht: Natürlich sind Moderationen kein alleiniges Maß für Aktivität, aber sie sind eine anschauliche Indikation. Das “auf die Füße treten” von Leuten vermisse ich ganz und gar nicht, trotzdem stimmt ich dieser Umstand nachdenklich.
Was also sind die Folgen daraus?
- zur Zeit beantworte ich vielen Anfragen und Hilfsgesuchen von Spielern leider nur mit einem: “Sorry, dafür habe ich leider keine Möglichkeit. Du kannst lediglich versuchen Andy Belford eine Private Nachricht zukommen zu lassen.”
- nur ein sehr kleiner Teil des deutschsprachigen Feedbacks wird überhaupt registriert
- die Möglichkeit zu einer persönlichen Weiterentwicklung besteht in dieser Tätigkeit nicht
- ich sehe notgedrungen zu, wie um mich herum Dinge teils unschöne Entwicklungen nehmen
Ich habe vor mehr als einem Monat meinen internen Hauptansprechpartner in einer langen E-Mail das Problem geschildert, eine Reaktion erhielt ich seitdem allerdings nicht.
Versteht mich nicht falsch. Schaut man sich die an der Öffentlichkeitsarbeit beteiligten Mitarbeiter von Mythic an, dann sind diese absolut nicht schlecht. Besonders auf der GamesCom hat man gesehen, dass beispielsweise Carrie Gouskos und Andy Belford so gut wie möglich versuchen, einen Draht zur Community auf zu bauen. Die Bemühungen sind da und auch die Versprechungen, dass sich einige Dinge bessern werden. So sollen die “In Development”-Threads zukünftig auch in deutscher und französischer Sprache verfasst werden. Das ist absolut löblich und es wäre ein Hohn, würde ich trotzdem auf diesen Personen herum hacken, aber es funktioniert so wie es ist einfach nicht! Allein die Tatsache, dass ständig Threads doppelt aufgemacht werden müssen, um sie im Carroburg- und im Drakenwald-Forum zu posten, ist für mich ein absolutes Zeugnis der Hilfslosigkeit und ich bin der Auffassung, dass die Community dies nicht verdient hat.
Und was will ich nun tun?
Ich weiß es ehrlich gesagt nicht. In den Augen von Mythic bin ich zunächst einmal ein Blogger und dies ist auch eine der wenigen Möglichkeiten, den Rückkanal noch halbwegs aufrecht zu erhalten. Mythic respektiert Blogger und unterstützt sie gern. Das finde ich auch absolut legitim. Trotzdem fehlt mir etwas. Ich entwickele mich nicht mehr weiter - Stillstand ist für mich persönlich ein Horror. WAR macht mir nach wie vor Spaß und ist und bleibt eine Passion für mich. Ich hätte gern wieder ein neues Projekt an dem ich mitwirken kann, in das ich mich rein hängen kann, das mir Spaß macht, in dem ich nicht ständig in meinen Möglichkeiten beeinträchtigt werde und das mich vor Herausforderungen stellt.
Wenn also jemand eine gute Idee oder einen Tipp hat, dann immer her damit!
Wie war eigentlich die GamesCom?
28. Aug
Manche Dinge muss man setzen lassen und ein Besuch auf der größten Spielemesse der Welt - ja ich weiß, die Tokyo Game Show hat mehr Fläche und beansprucht den Titel daher für sich - gehört definitiv dazu. Mit guter Musik kann man sich bekanntlich besser erinnern und diese Zeilen schreibe ich, während ich das neue Album von Plan B nun zum 100ten mal höre. Darum hier ein kleiner Musik-Tipp:
Ja, wie war denn nun die GamesCom für mich? Voll, anstrengend und flüssig trifft es wohl am besten. Mein Interview mit Carrie und Andy hat ordentlich Last auf meinem Webserver verursacht, so dass ich es hier wohl nicht ein weiteres mal erwähnen muss. In jedem Fall hat das Treffen der zwei Mythic-Vertreter, meiner Gilden-Kollegen und nicht zuletzt einiger toller WAR-Spieler, meiner Motivation einen kleinen Schub gegeben. Abseits vom erlebten gab es natürlich auch Spiele zu sehen und da erhielt ich doch einige interessante Erkenntnisse. Fangen wir mal mit dem Platzhirsch an:
Guild Wars
ArenaNet hat keinen zweifel daran gelassen, dass sie diesmal nicht der Underdog sind und selbstbewusst auftreten können. Der Messestand lud zum spielen und live zuschauen ein und ich muss sagen, es war toll das Spiel endlich mal vor sich zu sehen. Persönlich empfehle ich euch, euch die Guild Wars Präsentation von der Messe an zu schauen - solltet ihr das nicht ohnehin schon getan haben.
Wenig überraschend wurde der Nekromant als weitere Klasse veröffentlicht, außerdem konnte man die nette Charaktererstellung näher betrachten. Das Spiel selbst sah sehr geradlinig aus und bot eigentlich keine Ecken und Kanten an denen ich mich hier aufziehen könnte. Meine Vorfreude auf Guild Wars 2 selbst ist ungebrochen. Die Umsetzung der in der Welt auftauchenden Quests scheint sehr gut gelungen, aber ob dies überall funktioniert und nicht nur in den für die Spieldemo heraus geputzten Gebieten wird letztlich nur das vollständige Spiel zeigen. Außerdem warte ich immer noch sehnsüchtig auf eine nähere Erläuterung zum zukünftigen PvP-System!
Star Wars: The Old Republic
BioWare hat sich wieder einmal Mühe gegeben möglichst viel auf die auf den Charakter zugeschnittene Story hin zu weisen und wieder einmal musste ich herzhaft gähnen… Ach ja, da wären ja noch die Raumkämpfe, aber irgendwie machen die das alles auch nicht besser:
Vielleicht mag mir mal einer erklären warum er von diesem Spiel so gehypt ist, ich verstehe es nämlich einfach nicht. Auch dieses Video von Gamestar macht es mir nicht einfacher:
Black Prophecy
Neben JumpGate Evolution wird dieses Spiel ja als kommender Action-Weltraum-MMo-Hit gehandelt. Versteckt in der hintersten Ecke des Gamigo-Standes konnte man das Spiel an 8 Rechnern antesten und spätestens der Umstand, dass es keine Warteschlangen gab, hätte den Gamigo-Jungs zu denken geben müssen. Die Grafik wirkte durchschnittlich, die Steuerung war zu direkt und irgendwie spielte sich der Titel konfus. Meine Vorfreude auf Black Prophecy ist jedenfalls absolut im Keller, auch wenn der Trailer natürlich nett aussieht.
TERA Online
Wenn immer eine Firma mehr mit Merchandise und den Brüsten von Gina Lisa wirbt, werde ich skeptisch und so nahm das Spiel selbst am Frogster Stand auch eher eine untergeordnete Rolle ein. Die Bühne hätte für meinen Geschmack nur halb so groß sein müssen, dafür hätte der ein oder andere PC zum anspielen den Wert des Spiels deutlich mehr hervor gehoben. Vom Spiel selbst habe ich kaum etwas neues gesehen, bleibt nur der alternative Steuerungsansatz, der mein Interesse aufrecht erhält (sämtliches Zielen erfolgt, ähnlich wie in Neocron per direktem anvisieren und erinnert dadurch mehr an einen Shooter). Aber natürlich ist der GamesCom Trailer wieder einmal nett an zu sehen:
Rift: Planes of Telara
Gemessen an den Hinweisen über ICQ, die ich in den letzten Tagen erhalten habe, wird dieses Spiel der absolute Megahit. Zu meiner Schande muss ich jedoch gestehen, dass ich dieses Spiel bisher überhaupt nicht auf meinem Radar hatte. Bleibt mir nur der Verweis auf die nachfolgenden beiden Videos und die Bitte, dass mir doch mal bitte jemand erklären soll, warum mich Rift interessieren sollte.
Kleiner Surftipp:
Gamescom endet mit Besucherrekord via Spiegel Online
Das Messefazit von GamersGlobal
Sammel Informationen und führe sie zusammen – Heldendaten.de
14. Aug
Während einer Unterhaltung im Skype wies mich heute Yitu - der über die Seite auch bereits einen Blogpost veröffentlicht hat -- auf Heldendaten.de hin. Hierbei handelt es sich um das neue Projekt von Heinrich Lehnhardt, der vor allem als ehemaliger Chefredakteur bei Buffed, Spieleveteran und den Lesern dieses Blogs die älter als ich sind als Schreiberling für die PC Player bekannt sein dürfte.
Der etwas gewöhnungsbedürftige Name trifft den Grundsatz der Website recht gut, handelt es sich hierbei doch vor allem um eine Sammlung von Informationen zu MMos. Dabei werden News-Feeds und Twitter-Streams ausgelesen und die Informationen dem User individuell anpassbar zur Verfügung gestellt. Zusätzlich erhält der Nutzer Zugriff auf die, bereits u.a. von Buffed bekannten, Item-Datenbanken, kann sein eigenes Profil pflegen, Freundeslisten anlegen und Spiele bewerten. Eine ausführlichere Präsentation seht ihr im nachfolgenden Video:
Warum ich hier Werbung mache für eine neue MMo-Seite, die noch nicht einmal das Beta-Stadium verlassen hat, werden sich sicherlich einige Fragen und die Antwort ist ganz einfach:
Schaut man in die Mitarbeiterliste der Seite, so erblickt man den Großteil des Buffed-Staff von der Zeit, als der Kostendruck die Seite noch nicht zermürbte und man als Nutzer noch das Gefühl hatte, dass die Community im Vordergrund steht - was ich mittlerweile von diesem Portal halte habe ich ja bereits in der Vergangenheit zum Ausdruck gebracht. Aktuell hält sich der redaktionell generierte Content noch in Grenzen, hier wird es langfristig darauf ankommen, in wie weit die Mitarbeiter es schaffen, einen Weg durch den Dschungel an verfügbaren Informationen zu finden. Die Grundsätzlichen Funktionen empfinde ich bisher als sehr gut verzahnt und ich bin gespannt zu sehen, was die Webentwickler hier zukünftig noch in petto haben. Besonders empfehlen kann ich übrigens die erste Ausgabe des Helden-Casts, der mich stark an die Ursprünge des Buffed-Cast erinnert.
Nun hoffe ich für die deutschsprachige MMo-Fangemeinde, dass sich dieses Portal zukünftig nicht so billig wie viele anderen Seiten verkauft, einen gewissen Qualitätsstandard erreicht und den Nutzer nicht all zu sehr mit aufdringlicher Werbung gängelt. Mich findet ihr übrigens unter dem Nutzernamen erdknuffel, solltet ihr euch auf Heldendaten registrieren und eure Freundesliste ein wenig vergrößern wollen.
Mein Alter Ego und Ich
09. Aug
Yitu hat in seinem Blog die Frage gestellt, was der eigene Avatar über einen selbst aussagt. Als erstes kam mir zu diesem Thema natürlich dieses grandiose Lied in den Sinn:
Historisch betrachtet scheine ich über eine recht gespaltene Persönlichkeit zu verfügen, habe ich doch mit Ausnahme meines Schatten-Priesters in WoW ausschließlich weibliche Charaktere langfristig gespielt. Bei diesem Priester muss ich allerdings dazu anmerken, dass es sich um einen Blutelfen handelte - was ja auch irgendwie nicht wirklich männlich ist
Zwar habe ich wiederholt versucht männliche Charaktere zu spielen, so richtig langfristig geklappt hat dies jedoch nie, irgendwie ist der “auf den Hintern gucken”-Faktor bei mir doch zu sehr ausgeprägt. Ich habe gerade über eine Stunde nach alten Screenshots gesucht, jedoch leider nur drei Avatare von mir zu fassen bekommen. Da wäre natürlich meine Jüngerin des Khaine in Warhammer Online:
Bei der Erstellung dieses Charakters habe ich darauf geachtet, dass das Gesicht insgesamt “schön” ist und nicht zu sehr verunstaltet wird. Die Tätowierung auf der Stirn gibt Auskunft über die Herkunft des Charakters, ansonsten habe ich aber auf irgendwelches Klimbim bewusst verzichtet. Bei Frisuren neige ich zur Schlichtheit - ein Indikator für den Serienmörder in mir?
Schauen wir uns mal meine kleine Kantorin oder wie der weibliche Kantor in Aion heißt an:
Tja das ist die gute Dame (ich habe es leider nicht über Level 14 hinaus geschafft). Hübsch, schlank, unauffällige Frisur -- ich würd sagen, da ist ein Trend erkennbar.
Einen hab ich noch, die gute Christie Erdknuffel aus Guild Wars (der Nickname “Erdknuffel” alleine entstand erst innerhalb meiner GW Zeit):
Man muss glaube ich kein Stilberater zu sein, um die meine eindeutigen Neigungen bei der Charaktererstellung zu erkennen. Leider habe ich kein Bild mehr von meiner Theurgin aus DAoC, aber ihr könnt ich sicher sein, die gute Bretonin sah ähnlich aus!
Ich würde mich sehr freuen, wenn jemand mal das psychische Trauma, welches bestimmt aus meiner Kindheit stammt, analysieren könnte
Kleiner Surftipp:
Activision mag laut GamersGlobal keine weiblichen Hauptfiguren…
…dafür produzieren sie neuerdings auch bekannte Spieleserien für das weibliche Publikum:
*vor aufgebrachten Zockerweibchen in Deckung geh*
Eine Gilde zu leiten heißt sie zu analysieren
25. Jul
Auf die ursprüngliche Idee zu diesem Beitrag bin ich durch Yitus Blogpost Sag mir mit wem aus der Gilde/Corp Du verkehrst und ich sage Dir wie lange Du (noch) drin bleibst, der wiederum auf dem Artikel “Spiele als Datenkrake” in der CT Ausgabe 16, Seite 86, aufbaut. Nach der ausführlichen Studie möchte ich nun die These “Eine Gilde zu leiten heißt sie zu analysieren.” kurz erörtern. Natürlich liegt es dabei nahe, dass ich als Beispiel die Gilde Jianji nutze, deren Leiter ich bin. Aufgrund der Komplexität dieser Problematik untergliedere ich das ganze in verschiedene Punkte:
Die Struktur der Gilde:
Jianji ist eine spielerisch sehr gemischte Gilde. Den Kern bildet ein, etwa aller 6 Monate teilweise durch rotierender, Kreis von Core-Gamern. Dieser macht im Regelfall ungefähr 20 bis 40 % der Gesamtmitglieder aus - der Wert schwankt je nach Patch-Situation und Jahreszeit. Den Rest bilden die nachfolgenden Spielertypen:
- Casual-Gamer mit dem Hauptaugenmerk: “Ich komm online, ich will ne Runde ohne Stress zocken.”
- ehemalige Core-Gamer, die sich etwas zurück nehmen wollen
- Einsteiger, die ihren Platz in der Gilde finden wollen
Die Anzahl an Gruppen ist sehr stark von der Core-Gamer Minderheit abhängig, da der übrige Teil im Regelfall zwar bereit ist in Gruppen mit zu spielen, dabei allerdings auf Angebote hingewiesen werden muss. Eigeninitiative im eigentlichen Sinne findet man hier eher seltener.
Aktivität der Gilde
Grundsätzlich sortieren wir inaktive Mitglieder nach vier Wochen Inaktivität aus, wobei dies aktuell durch die Transition verzerrt ist. Da jedes Mitglied sich auf unserer Website registrieren muss, kann ich die jeweilige Anzahl an Spielern in der Gilde sehr genau sagen: 84
Durch die Verzögerung vor der Inaktiv-Markung muss hiervon jedoch ein prozentualer Anteil abgezogen werden. Erfahrungsgemäß hat sich dabei eine Indikation bewährt. In Normalsituationen verlassen zwischen 5 und 15 % der Mitglieder die Gilde monatlich aus unterschiedlichen Gründen. Um die Anzahl der “real” existierenden Mitglieder zu schätzen, müssen die nachfolgenden Parameter eingerechnet werden:
- Jahreszeit
- Anzahl an Neu- und Wiederaufnahmen
- Beiträge im Forum (verhält sich proportional zur Aktivität der Gilde)
- Beteiligung an Gildenevents
Die jeweilige Jahreszeit ist ein sehr wichtiger Faktor in der Aktivitätsplanung. Computerspiele profitieren generell von schlechtem Wetter / Jahreszeiten. Jianji ist eine Feierabend-Spieler Gilde und aus diesem Grund sind unsere stärksten Tage von der Beteiligung her Montag, Dienstag und Mittwoch. Am schwächsten Fällt die allgemeine Beteiligung Samstags aus.
Vernetzung innerhalb der Gilde
Wir verzichten bei Jianji bewusst auf die Bildung von Stammgruppen innerhalb der Gemeinschaft, da unsere Erfahrung gezeigt hat, dass hieraus sehr schnell erfolgsabhängige Splittergruppen entstehen. Ist man in den maßgeblichen Aspekten des Spiels vorne mit dabei, wird dies keine Probleme verursachen, jedoch sind die entstehenden Unstimmigkeiten in Tiefphasen umso verheerender, verlassen diese Splittergruppen doch im Regelfall gemeinsam die Gilde. Viele neue Gildenmitglieder kommen über Werbung von Freunden in die Gilde und haben somit bereits einen Anker, was die Integration vereinfacht. Durch die wöchentlichen Gildenaktivitäten an denen jeder Spieler der online ist teilnehmen muss (Raidpflicht bei Anwesenheit) entsteht jedoch im Regelfall schnell eine Bindung zur Gemeinschaft. Wenn es hart auf hart kommt, dann zählen zum überwiegenden Teil jedoch die sozialen Bindungen, die bereits vorher bestanden haben. Der Austritt von Core-Gamern führt dabei im Regelfall zum Austritt von durchschnittlich 3-4 weiteren Mitgliedern innerhalb der nächsten 4 Wochen.
Daraus resultierende Probleme
Wir müssen bei Jianji stetig für einen Strom an neuen Mitgliedern sorgen um die immer während auftretenden Verluste zu kompensieren. Aus diesem Grund ist der allgemeine Aufbau der Gilde sehr freundlich für neue Mitglieder ausgerichtet. Viele der Mitglieder sind es gewohnt, Neulinge in die Grundlagen des Spiels ein zu führen und es gibt keine Anfängerfrage, die nicht bereits 100 mal in aller Ausführlichkeit beantwortet wurde. Diese Ausrichtung hat jedoch leider auch zur Folge, dass besonders sehr erfahrene Spieler mit hohem Rufrang ihr Verhalten ändern und sich aus der Gemeinschaft zurück ziehen. Erste Anzeichen dafür sind meist:
- verminderte Aktivität auf dem Gilden-TS
- vermehrte Bildung von 6er-Gruppen ohne wechselnde Belegschaft
- verminderte Teilnahme an Gildenaktivitäten
- bewusstes twinken außerhalb der Gilde
Meist beginnen diese Mitglieder die bestehenden Strukturen im staken Maße zu hinterfragen, während sie gleichzeitig ihr soziales Netzwerk verkleinern.
Schlussfolgerung für die Gilde
Wird eine Abkapselung von der Gilde nicht frühzeitig erkannt, resultiert dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit in einem Austritt aus der Gemeinschaft. Der Wegfall von Gildenmitgliedern ist jedoch immer zu einem gewissen Grad einkalkuliert und wird erst bei mehreren parallelen Austritten innerhalb kürzester Zeit problematisch. Es ist wichtig zu akzeptieren, dass große Strukturen, die in die individuelle Spielausrichtung eingreifen, bei Spielern die “an die Hand genommen” werden wollen sehr gut ankommen. Allerdings vor allem für langjährige Spieler unkomfortabel sind und daher Probleme verursachen.
Letztlich ist es wichtig, eine gewisse Aktivität in der Gilde zu fördern. Dabei sollte jedoch genau darauf geachtet werden, dass die Spieler nicht überfordert werden. Bei Jianji schwankt die Menge an Gilden-KT Abenden zwischen einem und zwei in der Woche. In “langweiligen” Zeiten und wenn die Gemeinschaft gestrafft werden muss ist es wichtig, viele Aktivitäten zu veranstalten, was allerdings nach spätestens 3-4 Wochen wieder durch eine Phase von wenigen Veranstaltungen ausgeglichen werden muss. Dies gibt den Spielern die Möglichkeit, sich wieder freier zu entfalten und nicht all zu schnell “übersättigt” zu sein.
Zur Anwerbung von Mitgliedern lohnt es meiner Erfahrung nach übrigens überhaupt nicht, aller 10 Minuten den Gebiets und Ratschlagschat mit Membergesuchen zu zu spammen. Dadurch erhält eine Gilde recht schnell einen negativen Stempel und Spieler entscheiden sich sogar bewusst gegen diese. Zielgerichtetes Marketing ist hier deutlich effektiver. Aktivität ist die beste Werbung für eine Gilde. Sieht man dann viele gildenlose Spieler im Umkreis der eigenen Spielerschaft, kann man gezielt mit einem einzelnen kurzen Hinweis auf sich aufmerksam machen. Als Faustregel gilt dabei:
Wenig, dafür aber zielgerichtete Werbung + hohe Präsenz beim versenden der Nachricht = Interesse
Nehmen wir hier ein kurzes Beispiel:
Man ist mit einem Gilden-Kriegstrupp inmitten einer Belagerungsschlacht um eine Burg und erblickt viele gildenlose Spieler. Aus diesem Grund beschließt man, eine kurze neutrale Nachricht im 1er Chat zu posten. Der Spieler ließt diese Nachricht, nimmt die vielen Spieler der Gilde wahr und schließt daraus auf eine hohe Aktivität und eine starke Gemeinschaft.
Wenn man viele Ressourcen in neue Mitglieder setzt, ist es jedoch wichtig eine gewisse Vorsortierung vor zu nehmen. Aus diesem Grund erwarten wir bei Jianji eine kleine Bewerbung. Allein die Bitte um das ausfüllen dieses kleinen Fragebogens führt schon zu einem Abschreckungseffekt der es einem ermöglicht, sich den ernst gemeinten Bewerbungen viel besser zu widmen. Diese sollten jedoch immer das Gefühl haben, ernst genommen zu werden. Eine totalitäre und intransparente Behandlung von Interessenten schreckt diese nur ab. Aus diesem Grund setzen wir sehr auf Offenheit und versuchen Mitglieder auf die Risiken und Nebenwirkungen einer Zugehörigkeit in unserer Gemeinschaft bereits vorab hin zu weisen.
Diese Schlussfolgerungen wären jedoch alle samt nicht möglich, wenn man die unterschiedlichen Aspekte der sozialen Gruppen innerhalb der Gemeinschaft nicht im Blick hat. Eine Anpassung kann immer nur auf Grundlage der Ausgangssituation erfolgen. Um dabei über “harte” Daten zu verfügen ist es wichtig, eine eigene Kommunikationsplattform für die Gilde zu besitzen, die entsprechend durch die zur Verfügung gestellten Inhalte auch angenommen wird. Dies trägt außerdem zur Zufriedenheit in der Gemeinschaft bei und bindet die Spieler durch gewohnte Organisationsstrukturen und aktive Kommunikation.





