Squadaufbau in Gilden

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SW:TOR steht mittlerweile in den Startlöchern und kann seit letzter Woche vorbestellt werden. Als Gildenleiter sind diese Zeiten, kurz vor Release eines AAA-MMOs, immer schwierig. Es ist klar, dass einige Spieler aus der Gilde dieses Spiel antesten und wenn es ihnen gefällt weiterspielen werden. Gleichzeitig möchte man “seine Leute” in der Gilde halten, um sie nicht aus den Augen zu verlieren und im Falle eines Flops unkompliziert wieder in die “Kerngilde” integrieren zu können.

Ein Weg dazu ist die Etablierung einer Squadstruktur. Was das genau ist und welche Vorbereitungen man treffen muss, möchte ich heute ein wenig beleuchten.

Hinweis:

Dieser Artikel ist Teil meiner kleinen Reihe über die Gedankengänge eines Gildenleiters in der heutigen MMO-Welt. Dabei beziehe ich mich auf meine persönlichen Erfahrungen als Leiter einer mittelgroßen Gilde. Zum besseren Verständnis ist es ratsam, auch die vorherigen Artikel der Reihe zu lesen:

Squads:

Der Begriff des Squads entstammt in der virtuellen Welt aus der klassischen Clanstruktur in Shootern. Dabei werden einzelne Mitglieder zu Teams zugeordnet, welche sich die Ressourcen des Clans (Website, Voice- und Gameserver, etc.) teilen, in sich jedoch einer eigenen Leitung unterstellt sind. Squads werden im Regelfall weitgehend unabhängig geführt, wobei der jeweilige Squadleiter der Gildenorganisation unterstellt ist und die gemeinsamen Ziele und Rahmenbedingungen mit diesen abspricht.

Bei MMO-Gilden bietet sich eine solche Squadstruktur ebenfalls an, da dadurch schnell auf die Entwicklungen des Spielemarktumfelds reagiert werden kann.

Voraussetzungen:

Es erfordert eine gewisse Strukturierung innerhalb der Organisation, um eine Gilde überhaupt in Squads unterteilen zu können. Die wichtigsten Voraussetzungen dabei sind:

  • eine klare Hierarchie: Es muss vorab eine klare Aufgaben-, Verantwortungs- und Weisungsstruktur definiert werden, um im operativen Tagesgeschäft nicht unnötig mit Reibungsdifferenzen beschäftigt zu sein. Folgende Einteilung kann man hierbei als Diskussionsgrundlage hernehmen:
    1. Gildenleiter (globale Organisation)
    2. Squadleiter (Leitung des operativen Geschäfts)
    3. Squadoffiziere (Unterstützung des Squadleiters)
  • sinnvolle Einteilung der Kategorien des Gildenforums: Das Forum ist und bleibt das wichtigste Medium zur grundlegenden Kommunikation. Um Mitglieder nicht zu sehr zu verwirren und den einzelnen Squads trotzdem genügend Freiraum zu bieten, würde ich eine Kategorie für Gildenübergreifende Dinge (inklusive Offtopic, Bereich für andere Spiele, etc.) und jeweils eine Kategorie für das jeweilige Spiel empfehlen. Bei Jianji habe ich dazu folgende Kategorieeinteilung inklusive Subforen vorgenommen:
    1. Öffentlicher Bereich (Bewerbungsforum, Bereich für allgemeine Kontaktaufnahme)
    2. Intern (Generelles - inkl. Offtopic, andere Spiele, Abmeldungen)
    3. Squadbereich 1 (Squadspezifisches, Fragen zum Spiel)
    4. Squadbereich 2 (Squadspezifisches, Fragen zum Spiel, Instanzgruppen)
  • erkennbare Strukturierung des Sprachservers: Hierfür empfehle ich eine Kategorie für jeden Spielunterbereich einzurichten und darunter die Channel einzufügen. Der Versuch eines universellen allgemeinen Channels hat sich dabei als nicht praktikabel herausgestellt. Scheut euch also nicht, jedem Squad seine eigene “Laberecke” zu geben, ansonsten entstehen innerhalb der Gilde Reibereien.

Kommunikation:

Eines möchte ich in aller Deutlichkeit herausstellen:

Jedes Spiel hat unterschiedliche Anforderungen. Richtlinien die in einem Spiel funktionieren, können an anderer Stelle zur Auflösung führen. Die primäre Aufgabe eines Gildenleiters ist es, die Squadleiter zu beraten, mit ihnen Ziele und Rahmenbedingungen abzustecken und die Kommunikation zwischen den einzelnen Teilen der Gilde zu gewährleisten. Dabei ist es natürlich wichtig, einen gewissen Qualitätsanspruch aufrecht zu erhalten und auf die Konformität mit der jeweiligen Community zu achten.

Ein Squadleiter muss zu jeder Zeit handlungsfähig sein und seinen Kollegen in der Führungsriege auf Augenhöhe begegnen können. Der Sinn einer Squadstruktur ist es, die gesammelte Expertise und die vorhandenen Ressourcen optimal zu nutzen. Dies schafft die Grundlage für die eigentliche Aufgabe einer Gilde: den Mitgliedern soviel Spaß wie möglich bei der Ausübung ihres liebsten Hobbys zu bereiten.

Nachwort:

Die aufgelisteten Punkte dienen als Denkanstoß und stellen keinen Gralsweg dar. Wie man die Ziele eines Squads definiert und welche Vorbereitungen man vor einem MMO-Launch anstellen sollte, werde ich in einem späteren Artikel erklären.

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  1. Brands in MMOs – oder: Wie wichtig ist ein Gildenname?

Autor: erdknuffel

Begeisteter Social Media Nutzer mit Affinität zum schleudern von Links. Bloggt aus Spaß und ohne Anspruch mit seiner Meinung immer richtig zu liegen.

4 Kommentare

  1. finde ne Aufteilung in Teams nur sinnvoll bei Shootern und teilweise auch RTS dann und wann. Das es sowas gibt hat sich ja meist daraus ergeben das die Squads auch so in der Aufstellung in der Esl oder sonstwo gemeldet werden, in der Regel spielen die Leute halt beim Training etc auch dann immer mit den eigenen Jungs.

    Bei MMo´s ist eher so das die Leute mal da sind, mal net und sich da immer wechselnde Gruppen bilden, ausser man hat eh nur einen kleinen Pool oder ne Gilde die fast nur aus Stammgruppen besteht, effektiv gesehen halte ich das “Multigaming” worauf du ja hinaus willst vermutlich, wenig effektiv was das Interna darstellt, abgesehen davon das Gilde Hans Wurst in WAR net dasselbe sein wird wie Gilde Hans Wurst in WoW, sofern es net im großen diesselben Leute sind.

    Im Endeffekt sichert man sich als Vorteil nur die eigene Marke :>

    • Hallo Gromson,

      persönlich sehe ich das etwas anders. Viele Spieler schätzen die Gemeinschaft und möchten diese nicht verlieren. Gleichzeitig gibt es mittlerweile nur wenige Spieler, die ein “Leben lang” monogam im Bezug auf das gespielte MMO sind – das ist in der immer schnelllebigeren Zeit, bei der MMOs kommen und gehen auch gar nicht möglich.

      Ich bin daher der Meinung das Multi Gaming notwendig ist, um eine Gilde über Jahre hinweg am Leben zu erhalten. Natürlich wird sich die Gilde mit ihren Mitgliedern verändern, aber eine gewisse Konstanz im Umfeld bleibt.

  2. joar des ist klar, ich verurteile des so oder so net, wenn die Spieler im Großteil beide MMo´s spielen ist das auch kein Problem, nur wenn es 2 Parteien gibt wo, je eine das eine, die andere eben das andere MMo spielt ist es halt nunmal nur ein Branding. Es grenzt sich halt irgendwie voneinander ab. Und Squads selbst gehören in Stammgruppen, zu welcher Spielart die gehören ist dabei egal.

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