
Letzte Nacht kam ich mit einem Gildenkollegen auf das Thema LEGO Universe. Er fragte ein wenig nach meinen Eindrücken aus der Beta (die nicht so weit fortgeschritten, als das ich hier ein ausführliches Review über das Spiel verfassen könnte – alternativ empfehle ich einen Blick auf diesen Artikel auf XPeditionOnline.net und das nachfolgende Youtube Video). Dabei kamen wir auf das Thema Geld zu sprechen.
Meiner Meinung nach kann ein Spiel, welches auf eine so junge Zielgruppe ausgerichtet ist, nur überleben, wenn es einen recht günstigen keinen Einstiegspreis besitzt und sich hauptsächlich über einen Item-Shop finanziert. Noch besser ist es, wenn diese Zahlungsmöglichkeit gleich bei mehreren Spielen Verwendung finden. Free Realms und seine Bezahlmöglichkeit mit Station Cash zeigt hier wie es geht. LEGO Universe wird hingegen vorerst auf ein Kaufangebot mit monatlichen Gebühren setzen. Ein Fehler?
Auf alle Fälle wird bei diesem Spiel richtig zu gelangt, fallen doch neben dem einmaligen Kaufpreis in Höhe von 39,99 EUR noch zusätzlich monatliche Gebühren an, die fast im Bereich eines Core-MMos liegen:
Quelle: shop.lego.com
Stand: 03.08.10
LEGO war schon immer ein recht teures Spielzeug, gleichzeitig aber auch ein Segen für meine Eltern, wussten sie doch immer, was sie mir zum Geburtstag schenken könnten. Für mich stellt sich hier nun aber die Frage, wer denn bitte bereit ist, diese Preise für seinen 8 – 12 Jahre alten Filius zu bezahlen – denn genau an diese Zielgruppe richtet sich das Spiel – wie man auch sehr schön an den nachfolgenden beiden Gameplay Videos erkennen kann.
Ich muss ganz ehrlich sein: LEGO Universe hat mir für eine Stunde richtig viel Spaß gemacht, erinnert es einen doch irgendwie ein bisschen an die Zeit, in der man tagelang sein eigenes Kinderzimmer zugemüllt hat und die Mutter fast wahnsinnig wurde, weil sie mal wieder auf einen Stein getreten ist. Tiefgang sucht man jedoch in der nett präsentierten Welt vergebens. Das sammeln von LEGO-Blöcken und die zahlreichen Minispiele sind sicherlich kurzweilig und für die angesprochene Altersgruppe bestimmt auch spannend, persönlich bin ich aber der Meinung, dass Kinder in diesem Alter nicht stundenlang vor den Fernseher / Rechner gesetzt gehören, weshalb sich die Kosten in keinem Fall amortisieren würden. Irgendwie scheint es mir so, als wolle hier mal wieder ein Unternehmen an einem Hype verdienen, um dann einige Monate später auf Free2Play um zu stellen.
Bin ich mit meiner Meinung vielleicht auf dem Holzweg und erkenne den größeren Plan des Vertriebs hinter dem Spiel nicht?
Kleiner Surftipp:
Yitu betätigt sich als Spaßbremse
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3. August 2010 um 22:20 Uhr
F2P für Kinder? Auf keinen Fall. Als Elternwürde ich da NEPP erwarten. Du kannst ein Spiel für die kleinen nur Kostenlos an den Markt bringen. Doch woher soll das Geld für den Betrieb stammen? Als bleibt nur ein Monatsabomodell. Dann können die Eltern in Ruhe die kleinen Spielen lassen.
Ich hoffe das Spiel bietet eine Zeitbegrenzung der Spielzeit – ala max. 20 Minuten am Tag?
Viele Grüße,
Yitu
3. August 2010 um 23:30 Uhr
Ich hatte ja das Beispiel mit Station Cash gebracht. Dort lädst du wie bei Xbox Live den Account mit Punkten auf und die kleinen können nur von dem Punktekonto aus etwas kaufen.
Für dich als Elternteil heißt das, dass du ihm beispielsweise einen Teil seines Taschengeldes darauf einzahlen kannst (wenn er das wünscht) und dein Kind nicht in Kontakt mit deinen echten Bankdaten kommt.
Bei Free Realms deckt sich dieses Modell sehr gut.
Eine Spielzeitbegrenzung habe ich bisher noch nicht gesehen, ich gehe aber mal stark davon aus das es diese gibt / geben wird.
3. August 2010 um 23:37 Uhr
Sorry. Station Cash kannte ich nicht
4. August 2010 um 07:31 Uhr
Ich stell mir ganz ehrlich immer wieder die Frage was ein zehnjähriger mit einem MMO will. Meine Schwester ist jetzt auch 10 und wenn sie zB. mit mir Hello Kitty Online gespielt hat dann sicher nicht um mit anderen Leuten etwas zusammen zu machen sondern weil da Hello Kitty drauf stand.
Ich habe da ehr Angst um sie denn solche Kinder MMOs ziehen oft genug die falschen Leute an. Ich erinnere mich da an eine Situation als ich in Hello Kitty mit dem Char meiner Schwester Holz gesammelt habe. Da war ein Typ wirklich aufdringlich… am Anfang wolle er nur eine Gruppe gründen, dann hat er mir Sachen geschenkt und dann hat er angefangen mich auszufragen, wie alt ich bin, wo ich herkomme etc.
Dann die Kinder lieber WoW spielen lassen da ist es 10x sicherer… oder gleich irgendein Offline Spiel wie Super Mario oder Wii Sports.
MfG Tiaro
3. August 2010 um 22:37 Uhr
Ich kann nur sagen, ich werds definitv spielen
Selbst letztes Jahr hab ich von meiner Freundin eine schicke Lego Zwergen Mine geschenkt gekriegt und naja älter als 20 bin ich schon paar Jahre eigentlich.
Ich denke schon das Eltern eine Zeitbegrenzung reinbringen können, Lego ist ja relativ freundlich, aber wir haben hier in der Stadt n Laden von denen, da könnte ich ja mal nachfragen.
4. August 2010 um 08:44 Uhr
@Tiaro: Das frag am besten Monty (im Urlaub). Seine Kinder wollen immer WAR spielen, so wie der Papa. Und dann sagt er "Nein…"
Kinder wollen das was die Eltern machen. Oder so in der Art.
4. August 2010 um 16:29 Uhr
Naja meine Schwester will auch immer WoW spielen weil das meine Eltern spielen. Die Sache ist halt das das ich es nicht mal schlimm finde wenn sie das spielt, aber ein MMO nur für Kinder finde ich halt Quatsch da die Kids in dem Alter sowieso noch nicht zusammen spielen sondern nur nebeneinander. Hello Kitty Online fand sie halt auch nur so lange toll wie ich auch mitgespielt habe danach war es langweilig.
Außerdem sehe ich keine Probleme darin ein Kind von 10 Jahren in einer bunten Comic und Märchenwelt wie der von WoW abzuladen. Die Märchen der Gebrüder Grimm oder alte Disney Filme fand ich da wesentlich furchteinflößender.
Gut nun könnte ich noch anfangen und sagen das die Medien für Kinder früher irgendwie erwachsener? brutaler? verstörender? naja irgendwie anders waren. Der letzte Disney Film den ich gesehen habe war Oben und der war schön ohne Zweifel aber kein Vergleich zu einem düsteren "Die Schöne und das Biest".
MfG Tiaro
4. August 2010 um 16:58 Uhr
Ich stelle mir persönlich halt immer die Frage, wie die Kinder denn letztendlich damit umgehen.
Durch meinen großen Bruder habe ich auch bereits mit 13 angefangen Counter-Strike zu spielen, aber davor gab es halt beispielsweise auch ein Spiel was ich als kleiner Junge nicht vertragen habe:
James Bond Goldeneye für das N64
Das Spiel war in Deutschland indiziert und ich war denke ich 10 oder 11 als ich das erste mal damit in Kontakt kam. Es führte zu Albträumen und ähnlichen. Klar, man kann das jetzt nicht mit einem WoW Vergleichen – aber generell gibt es krasse Unterschiede in der Fähigkeit, mit Spielinhalten um zu gehen.
Wenn WoW für deine Schwester funktioniert, dann überrascht mich das ehrlich gesagt ein wenig. Meiner Meinung nach gehören Kinder schon allein wegen der sozialen Gefahren nicht unbeaufsichtigt vor ein MMo gesetzt.